Dafür ist morgen immer noch Zeit

Was denkst du, wieviel Zeit dir (noch) bleibt, um all deine Vorhaben, deine Sehnsüchte und Wünsche umzusetzen bzw. zu (er)leben?

Das hätte ich auch sanfter ausdrücken können, aber was ändert es?

Es führt auf das Gleiche hinaus.

Wir (er)warten, wir verschieben, wir verdrängen.

Kennst du folgende Aussage: Wer erwartet, der wartet? Wird oft so als Standardfloskel (auch von mir) – wenn dein Gegenüber mal wieder von: „Ich erwarte mir, dass …“ ausspricht – verwendet.

Es muss sich nicht mal um eine bestimmte Person – von der wir etwas erwarten – handeln, es ist eine grundsätzliche Erwartungshaltung ans Leben. Dieses oder jenes steht mir zu.

Schuldet uns das Leben etwas?

Meine Wahrheit: Wir haben kein Recht darauf, irgendetwas – von wem auch immer – zu erwarten. Niemand ist verpflichtend unseren Erwartungen Folge zu leisten.

Und, wieviel Zeit im Leben verbringen wir – sinnlos – wartend, auf etwas, dass meistens sowieso nicht auf die Art und Weise eintritt wie ersehnt?

Darum: Weniger (er)warten, mehr Tun. Tun, ohne etwas zu erwarten.

Wer weiß, was sich aus diesem Tun heraus entwickelt.

Ein Job kann zu Beginn möglicherweise nicht „das Gelbe vom Ei“ sein, aber nach einiger Zeit, findest du vielleicht Gefallen und arbeitest mit den kompetentesten, sympathischsten Kollegen seit vielen Jahren zusammen. Dein neuer Partner ist zu Beginn vielleicht nicht der Traum deiner schlaflosen Nächte, aber nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass du noch nie so viele Gemeinsamkeiten mit einem anderen Partner gehabt hast und dich wunderbar mit ihm austauschen kannst.

Gib deinem Leben die Hand und lass dich überraschen, welche Wege es mit dir geht. (Werner Bethmann)

Wir vertrödeln so viel wertvolle Zeit für Unsinnigkeiten, lamentieren, dass wir zu nichts kommen, wie schnell die Zeit vergeht! Ach, was sind wir doch beschäftigt, eingespannt im Alltagstrott … und in Wirklichkeit haben wir kaum eine Ahnung, was es heißt seine Zeit sinnvoll, nach Prioritäten geordnet (ist auch nicht so einfach) einzuteilen.

Ich bin sicher kein Vorzeigebeispiel bezüglich Erstellung einer Prioritätenliste und systematischer, sinnvoller Abarbeitung, aber was ich mittlerweile für mich erkannt und auch akzeptiert habe, ist folgendes:

Ich bin ein Morgenmensch, auch wenn ich es gerne anders hätte. Gerne wäre ich länger wach um mehr Zeit zum Lesen, mehr Zeit, um möglicherweise bei Bedarf bis spät in die Nacht hineinzuarbeiten. Aber das bin ich nicht. Ich gehe gerne zeitig zu Bett und stehe auf, wenn sich Nachteulen gerade zum ersten Mal im Bett umdrehen. Das gilt es zu respektieren.

Bist du eine Morgen- oder ein Nachtmensch?

Ich liebe die Stille, die Dunkelheit in der Früh. Diva liegt noch in ihrem Bettchen und träumt wahrscheinlich von ihrem heißgeliebten Rinderohr. Nach meiner Morgentoilette ziehe ich mich zur Meditation zurück, absolviere ein gemäßigtes Früh-Yoga-Programm. Ich spüre in meinen Körper, atme und stimme mich auf den Tag ein. Danach ist Diva meistens munter (sie neigt zur Langschläferin) und wir machen unsere erste Runde. Je nachdem, ob ich morgens Yoga unterrichte oder nicht, bereite ich ein kleineres oder größeres Frühstück vor.

Wie könnte dein Morgenritual aussehen?

Und auch da, gilt es für sich zu erspüren. Was tut mir gut? „Brauche“ ich mein Brot in der Früh oder doch lieber meinen Haferbrei? Es ist entscheidend, wie wir auch nahrungstechnisch in den Tag starten! Ich für mich bevorzuge Suppen mit Einlagen in der Früh. Ja, richtig gehört. Ich koche (tagsüber) aus frischem Gemüse ein Süppchen, sodass ich es in der Früh bereit habe. In die Suppe kommt u.a. Bulgur, Couscous und Reis. Das dauert nicht lange schmeckt köstlich und wärmt. An manchen Tagen – ich hatte bis vor Kurzem noch eine Abneigung gegen Frühstücksbreie – bereite ich mir einen Erdmandelbrei mit Wasser zu, füge z.B. ein Birnenkompott dazu und streue dann zur Krönung ein Knuspermüsli darüber. Anstatt Wasser kannst du auch z.B. Hafer,- oder Mandel-Milch, oder sonstiges an (Milch)-Produkten wie Joghurt, aber auch Obst, frische Datteln und Feigen dazu mischen.

Was ist dein perfekter Start in den Morgen?

Ich weiß auch, dass ich in den frühen Morgenstunden und am Vormittag am produktivsten bin. Somit erledige ich wichtige Aufgaben genau in dieser Zeitphase und nicht erst um 14:00/15:00 Uhr, wo mich manchmal eine bleierne Müdigkeit erfasst. Von Montag – Donnerstag unterrichte ich abends Yoga, das heißt, ich mache mich so zwischen 16:30/17:30 auf den Weg. Sobald ich auf meiner Matte bin, ist meine Müdigkeit wie weggeblasen. Unterrichten am frühen Abend, ist perfekt für mich, großartige Texte zu verfassen, wäre dagegen weniger optimal. 😉

Wann bist du am produktivsten?

Warum schreibe ich das? Weil es wichtig ist, seinen Rhythmus zu (er)kennen und dementsprechend zu agieren. Ich weiß aber auch, dass es nicht immer so einfach ist, seinen Rhythmus entsprechend zu agieren. Wenn du angestellt bist und ein Nachtmensch bist, wird dein Chef sicher keine Freude haben, wenn du erst um 10:00 Uhr vormittags antanzt, aber vielleicht gibt es einen Kompromiss. Du beginnst zum spätmöglichsten Zeitpunkt, und kannst abends Spätschichten übernehmen? Kollegen mit (kleinen) Kindern, werden dir dafür sicherlich dankbar sein und allen ist geholfen.

Was wäre, wenn es ein Messgerät gäbe, an das du mit Elektroden angeschlossen wirst und es dir binnen weniger Minuten eine Auswertung über deine Restlebenszeit auf dieser Erde liefert?

Würdest du es wagen?

Wenn das Ergebnis positiv ist, sprich uns noch eine lange Lebenszeit bevorsteht, ist ja alles Palletti, aber was, wenn nicht? Wenn das Resultat z.B. zeigt, dass wir nur noch 2-3 Jahre zu leben hätten?

Was würde es für dich verändern?

Nimmst du dir dann z.B. Zeit für all die unerledigten, lang aufgeschobenen Telefonate mit Menschen die dir grundsätzlich wichtig sind, aber die Zeit, die Zeit …

Was hast du (noch) nicht erledigt? Was schiebst du raus, weil du denkst, dafür ist noch ausreichend Zeit?

Alles Liebe & Namaste,
Astrid

 

 

 

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